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10.12.2017 17:48

Sicherheitspolitischer Wandertag des Kurses 13SKL2

Im Rahmen des allgemeinen Wandertages des Kant Gymnasiums in Boppard besuchte der Sozialkunde Leistungskurs der Stufe 13 das Verteidigungsministerium in Bonn und den Regierungsbunker in Ahrweiler.

Nach einem kleinen Rundgang auf dem Ministeriumsgelände hielt der Jugendoffizier und Hauptmann der Bundeswehr, Daniel Beck, einen Vortrag über die sicherheitspolitischen Herausforderungen im 21. Jahrhundert. Zu Beginn testete er das Fachwissen der Schülerinnen und Schüler bezüglich der internationalen Bündnisse, insbesondere UNO, NATO und EU.

Anschließend wurde über die weltweite Aufrüstung und Proliferation von Massenvernichtungswaffen diskutiert. Besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der wachsenden Bedrohung durch Atommächte wie Nordkorea und Russland. Mittlerweile hat der Einsatz von Waffengewalt eine neue Bedeutung hinsichtlich ihrer Zerstörungskraft bekommen. In dem Zusammenhang wurde auch der Cyberwar als neue Dimension der Kriegführung angesprochen. Die große Anonymität im grenzenlosen Cyberspace gestaltet die Übersichtlichkeit und die Klärung der Schuldfrage zunehmend schwerer. Die mangelnde Ausstattung im IT-Bereich der Bundeswehr zieht eine nicht ausreichende Abwehr von Cyberangriffen mit sich, so Herr Beck. Er fordert mehr Fortschritt und stärkere Investitionen. Solche und weitere Veränderungen in der Sicherheitspolitik wurden im neuen Weißbuch von 2016 bereits festgehalten.

Das Ausmaß innerstaatlicher und zwischenstaatlicher Konflikte nimmt weltweit zu und erreicht hohe Komplexität. Die Beteiligung bekannter Großmächte und deren stärker werdende Konfrontation spielt dabei eine große Rolle. Ein weiterer Grund für die hohe Komplexität ist transnationaler Terrorismus und die daraus folgende unkontrollierte und irreguläre Migration, von der in letzter Zeit besonders die EU und Deutschland betroffen sind. In dem Zusammenhang präsentierte Herr Beck den Schülerinnen und Schülern die Eskalationsstufen nach Friedel Glasl aus der allgemeinen Konfliktforschung. Neben fachlichen Inhalten berichtete er auch von seinen persönlichen Erfahrungen und beendete seinen Vortrag mit den Worten „Keine Angst vor einer Zukunft, die wir selbst gestalten können!“

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Kantine des Verteidigungsministeriums folgte eine Führung durch den ehemaligen Regierungsbunker in Ahrweiler. Der 1971 fertiggestellte Bunker wurde ursprünglich zum Schutz der Regierung in Fällen eines Bombenangriffs erbaut. Seine Existenz stand unter strenger Geheimhaltung, weshalb auch der wahre Grund des Baus nicht an die Öffentlichkeit geraten durfte, bis dieser durch Spionage aufgedeckt wurde. Aufgrund damaliger technischer Fortschritte in der Rüstung hätte der Bunker jedoch neuen Vernichtungswaffen wie Wasserstoffbomben nicht Stand halten können.

Die gesamte Anlage umfasste 17,3 km und 936 Schlaf- sowie 897 Büroräume. Sie bot Schutz für ca. 3.000 Menschen. Seit 2008 ist der atombombensichere Bunker als Museum für Besucher frei zugänglich.

Alles in allem war diese Exkursion sehr informativ, hat den Schülerinnen und Schülern einen guten Einblick in die Aufgaben des Bundes und der Bundeswehr verschafft und durch den fachlichen Bezug zur aktuellen Unterrichtsreihe „Internationale Politik“ eine effiziente Vorbereitung auf das bevorstehende Abitur geboten.

Sophia Bock und Annika Wangard