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07.03.2018 22:46

Pazifismus – Ein Interview mit Dr. Gernot Lennert

von Manuel Neyer

Am Mittwoch, den 7. Februar 2018 führten drei Schüler des Sozialkunde-Leistungskurses der Stufe 13 (betr. Lehrer: Hr. Herz) ein Interview zum Thema Pazifismus mit dem Historiker und Politologen Dr. Gernot Lennert. Neben den Schülerinnen und Schülern des Leistungskurses nahm auch die Klasse 10c an der Veranstaltung teil.

Dr. Lennert, welcher sich zum Pazifismus bekennt und in der „Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Mainz“ engagiert ist, wurde von Hicham Rhannam, Aleyna Virit und Leonora Dresh zum Begriff des Pazifismus' sowie nach Lösungen aktueller Konflikte in diesem Sinne befragt.

Zu Beginn erklärte Dr. Lennert, wie er als Kriegsdienstverweigerer zum Pazifismus kam. Ein sehr treffendes Zitat von ihm lautete „Krieg ist unsinnig!“

Nach einer kurzen geschichtlichen Einführung in die Entstehung des Pazifismus' und seiner einzelnen Formen, klärte Dr. Lennert den Unterschied zwischen Pazifismus und Antimilitarismus:

Der Pazifismus erlaube Krieg nur in Ausnahmefällen, der Antimilitarismus sei niemals ganz gewaltfrei.

Danach wurde von den Interviewenden auf das Thema der Konfliktlösungen im internationalen Bereich übergeleitet, in welchem auf die Situation der EU, die Bedrohung der westlichen Welt durch den IS sowie den Kosovo-Krieg eingegangen wurde.

Dr. Lennerts Leitgedanke bezog sich überwiegend auf präventive Maßnahmen zur Verhinderung internationaler Streitigkeiten oder Kriegssituationen. Außer ideologischem Entgegenwirken, Verhindern der sozialen Ausgrenzung (z.B. Muslime in Belgien & Frankreich) und friedlichen Verhandlungsgesprächen führte er keine Lösungen zu aktuell bestehenden Konflikten an, was die Mehrzahl der dem Interview beiwohnenden Schüler nicht ganz zufrieden stellte und Nachfragen provozierte.

Dennoch stießen seine Ausführungen über das friedliche Miteinander im Hier und Jetzt zur Verhinderung eines Atomkriegs („Die Doomsday-Clock steht seit Januar auf 2 Minuten vor 12“) beim Publikum auf allgemeine Zustimmung.

Anschließend antwortete er auf die Frage, ob er aufgrund seiner Einstellung Kommunist oder Sozialist sei, dass er sich eher zwischen Liberalismus und Anarchismus angesiedelt sehe und sich von marxistisch-leninistischen Strömungen distanziere, da jedes so geführte Regime die Menschenrechte verletzt hätte.

Abschließend lässt sich sagen, dass, auch wenn Dr. Lennert keine absoluten Lösungen für bestehende Konflikte in dieser Welt anbringen konnte, sein Besuch eine andere Perspektive auf den Umgang mit Konflikten ermöglichte.

Wir sollten froh darüber sein, dass es in dieser Welt voller großer Falken stets noch weiße Tauben gibt, die versuchen den Menschen den Frieden zu bringen.

Hicham Rhannam, Dr. Gernot Lennert, Leonora Dresh und Aleyna Virit

Informationsmaterial der DFG