Podiumsdiskussion am Kant-Gymnasium: „Glauben Sie keiner Studie, die Sie nicht selbst gefälscht haben“.
Die Schülerinnen und Schüler des Kant-Gymnasiums in Boppard diskutierten mit den Wahlkreiskandidatinnen und -kandidaten über regionale und bundespolitische Themen.
Von Merlin Brager
Boppard. Die Bundestagswahl 2017 rückt immer näher. Viele junge Wählerinnen und Wähler sind politisch interessiert und möchten ihre Zukunft selbst gestalten. Deshalb luden die Schülerinnen und Schüler der elften und zwölften Stufe die Direktkandidatinnen und ‑kandidaten zu einer Podiumsdiskussion an ihre Schule ein, die am 19.06. in der Aula stattfand. Von allen geladenen Parteien waren die FDP, die Linke, die Grünen und die CDU vertreten, AfD und SPD sagten ab.
Im Rahmen der Diskussion wurden viele regionale und bundespolitische Themen besprochen und ausdiskutiert, so reichten die Themen von der Mittelrheinbrücke bis zum Schulsystem. Besondere Spannungen zeichneten sich beim Thema der sozialen Gerechtigkeit zwischen der Linken-Kandidatin Erikson und dem jetzigen CDU Abgeordneten Bleser ab, als der Kandidat der CDU in Bezug auf den Armutsbericht 2017 meinte, dass man keiner Statistik glauben solle, die man nicht selbst gefälscht habe.
Einig waren sich jedoch alle darüber, dass etwas in der Bildungspolitik geändert werden müsse – sei es die Finanzierung oder die Form der Schule selbst.
Mit dieser Art der Diskussion scheint das Kant-Gymnasium auch ein Novum in der Region geschaffen zu haben, denn, wie uns Frau Konrad (FDP) erzählte, würden die Kandidaten und Kandidatinnen fast nie zu Diskussionen an eine Schule gebeten. Die schulinterne, positive Resonanz zu der Veranstaltung (auch von Seiten der Schulleitung, die sich bei allen Teilnehmern bedankt) lässt auf weitere, spannende, politische Diskussionen in der Zukunft hoffen.

von links nach rechts: Fabian Rihm (betreuender Lehrer), Etienne Haupt (Moderator), Peter Bleser (CDU), Carina Konrad (FDP), Alexandra Erikson (Die Linke), Merlin Brager (Moderator) und Ralf Kauer (Bündnis 90/Die Grünen)