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03.07.2015 14:34

Kant-Gymnasium fährt nach Verdun

Am Dienstag, dem 30. Juni 2015 besuchten die Klassen 9b und 9c des Kant-Gymnasiums in Boppard die Schachtfelder von Verdun. Einst die größte Schlacht des Ersten Weltkrieges und lange Zeit Symbol für die Schrecken des Stellungskrieges, heute fast vergessen und nur noch im Geschichtsunterricht existent. Ausgehend von einem deutschen Angriff auf die Befestigungen der Stadt Verdun am 21. Februar 1916, endete die Schlacht am 19. Dezember 1916 ohne eine nennenswerte Verschiebung der Frontlinie erreicht zu haben. „Blutmühle“ und „Hölle von Verdun“ waren nur einige Synonyme der Soldaten, denen Verletzungen von Körper und Psyche, sowie der Tod als allgegenwärtig schienen. Etwa 250.000 deutsche und ebenso viele französische Soldaten fielen in den heftigen Stellungskriegen. Heute erinnern nur noch die karge Landschaft und die tiefen Krater an Artilleriebeschuss und Krieg.

Die Schüler des Kant-Gymnasiums zeigten sich beeindruckt, als sie die Schlachtfelder und das Beinhaus aus der Nähe sahen. Mit einer Länge von etwa 130 Metern beherbergt es die Gebeine von 130.000 toten Soldaten, die nach den Kampfhandlungen nicht mehr identifiziert werden konnten und daher in diesem Massengrab bestattet wurden. „In diesem Mausoleum liegen auf jedem Meter 1.000 Gefallene. Auf anschauliche Weise zeigt dies die große Wirkung des Krieges“, so Studienreferendar Christian Schuth, der die Fahrt für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge betreute. 1986, 70 Jahre nach der verheerenden Schlacht um Verdun, standen Bundeskanzler Kohl und Präsident Mitterand Hand in Hand vor diesem Gebäude und bekräftigten, stellvertretend für beide Nationen, ihre Freundschaft.

Die zweite Anlaufstelle für den Besuch war das hart umkämpfte Fort Douaumont, in dem die Schüler die Lebensumstände der Soldaten während der Schlacht nachempfinden konnten. Beklemmend eng, unhygienisch und psychisch kaum auszuhalten waren Empfindungen der Schüler des Gymnasiums. „Diese Erlebnisse lassen sich im normalen Unterricht nicht erzeugen und benötigen eine Fahrt vor Ort“, so die betreuenden Lehrerinnen Kerstin Dolata und Christina Oldenburg. Mit den Erlebnissen geht es für die Schüler nun wieder in den Unterricht, um den Krieg aus verschiedenen Perspektiven aufzuarbeiten und das hier Erlebte in einen historischen Kontext einzubetten.